Warum Adam in den Apfel biß!


- Hunger ist mehr, als nur der Ruf des Körpers nach Nahrung.
- Essen ist mehr, als nur den Nahrungsbedarf des Körpers zu decken.
- Essen ist Befriedigung und Lust.
- Essen ist ein Teil jeder Kultur und bringt soziale Kontakte.
- Essen kann zur Belohnung werden, doch auch zur Strafe.

Hunger Tritt nicht nur dann auf, wenn wir bestimmte Nährstoffe brauchen. Es gibt etliche Faktoren, die den Hunger von Innen und Außen beeinflussen und somit bestimmen wann, wo und worauf wir Hunger bekommen.

In der Regel weiß der Körper was er will und wenn er z.B. nach Schokolade schreit, dann kann das daran liegen, daß der Körper nach dem Glücksgefühllieferanten , dem Hormon PEA verlangt und genau weiß, daß er es in der Schokolade findet. Man sieht der Körper weiß oft mehr über die Produkte, die wir zu uns nehmen als wir selbst.

In der Regel bestimmt also der Körper über den Hunger, doch oft essen wir auch, weil es gerade Zeit dazu ist. Wir bekommen Hunger aus Gewohnheit, unabhängig davon, ob der Körper Nahrung braucht oder nicht. Manchmal sogar bekommen wir Hunger, will es Gesellschaftlich von uns verlangt wird. "Iß deinen Teller lehr." Dieser Satz ist in manchen Köpfen so verankert, daß das Hungergefühl erst dann nachläßt, wenn der Teller lehr ist und nicht dann, wenn der Nahrungsmittelbedarf gedeckt ist.

Verbote steigern die Lust am Verbotenem. Wer sich Fleisch verbietet verfällt nicht selten in Hei ßhunger danach. Kinder denen Süßigkeiten verboten werden essen oft besonders viel Süßes. Doch Adam kam nicht nur der Versuchung nach den Apfel zu probieren, weil er die verbotene Frucht war. Ob wir etwas mögen oder nicht hängt keinesfalls nur vom Geschmack ab. Dieses Wissen hat sich die Lebensmittelindustrie schon lange angeeignet. Die Farbe des Produktes suggeriert uns einen bestimmten Geschmack. Der Geruch tut das auch.

Doch selbst der klang des Knackens beim Beißen beeinflußt unseren Geschmackssinn. Essen muß knacken, denn nur dann ist es "knackfrisch". Knackige Kalorien sättigen sogar mehr als breiige. Die Ideale und Normen der Gesellschaft führen zu geschlechtsspezifischen Geschmäckern. Männer m ögen was stark und potent macht, Frauen was schön und schlank macht.

Adam biß in den Apfel, dessen Röte ihn lockte, dessen knackiges Aussehen ihm Frische und Gesundheit versprach, dessen Erkenntnis ihm zum Mann machen sollte und dessen Verbot ihn noch attraktiver machte. Eva wollte zu dem noch das er den Apfel aß. Es läßt sich also vermuten, daß Adam überhaupt keinen Hunger hatte als er in den Apfel biß.


Warum sehen nicht alle aus wie Adonis?


Adonis ist zwar ein Schönheitsideal, doch daß heißt nicht, daß es gut oder gesund oder erstrebenswert für jeden Körper ist nur aus Muskeln zu bestehen. Ganz im Gegenteil unser Fett schützt uns und ein richtiges maß Fett am Oberschenkel ist eher Gesund als schädlich. Doch selbst wenn wir unsere Ideale hinter uns lassen, haben wir damit nicht Über- und Untergewicht aus der Welt geschaffen. Der Hunger soll die Ernährung regeln und somit auch unser Körpergewicht. Jeder Mensch müßte also ein gesundes Gewicht haben. Über- und Untergewicht dürfte es folglich nicht geben.

Extremes Übergewicht kann die Folge von Krankheiten sein, doch oft liegt der Grund in einer falschen Ernährung. Der Hunger ist manipulierbar und folgt Gewohnheiten und wird in gewissen Bahnen sogar anerzogen. Der Körper verliert die Kontrolle über den Hunger, äußere Faktoren bestimmen wann und worauf man hungrig ist.

So kommt es dazu, daß sich en Großteil der Menschen falsch ernährt, sie werden dick. Doch Übergewicht ist nicht das einzige Problem. Untergewicht ist ein genauso großes und oft gef ährlicheres Problem. Besonders die Magersucht führt leider auch immer wieder in den Tod.
Wie kommt es zu solche Eßstörungen?

Unter starken emotionalen Spannungen hat jeder dritte Mensch vorübergehend Eßstörungen. Doch bei den meisten Menschen verschwinden sie wieder.
Die Magersucht beginnt oft mit einer Diät. Der Streß den die Diät verursacht erzeugt eine vermehrte Ausschüttung von Endorphinen. Wenn der Körper lernt, daß er durch Hunger Endorphine erzeugen kann, besteht Suchtgefahr.

Doch Sucht hat immer noch andere Gründe. Bei Mädchen ist es oft der übermäßige Wunsch schlank und schön zu sein, bei Jungen eine radikale Abgrenzung von der Familie. Doch auch das sind eigentlich nur Syntome, die Gründe müssen in der Psyche, dem Umfeld und der Vergangenheit des Opfers gesucht werden.
Der Wunsch immer dünner zu werden führt zur totalen Nahrungsverweigerung und zum Betreiben von übermäßig viel Sport.
Die Angst dicker zu werden verfolgt den Süchtigen ständig. Je dünner er wird, desto dicker fühlt er sich. Der Süchtige braucht medizinische und therapeutische Hilfe. Doch nur 5% aller Untergewichtigen leiden unter Eßstörungen. Der Grund für das Untergewicht ist relativ unbekannt. Man vermutet die Ursachen in den Genen. Die Forschungen Laufen.


Ist Helmut Kohl zu dick?


Das Adonis hier nicht der Maßstab aller Dinge sein kann und das auch bei Frauen andere Maße als 90 60 90 gelten müssen ist hoffentlich schon klar geworden. Unsere Schönheitsideale wandern mit der Mode. Was wirklich gut für den Körper ist können sie uns nicht sagen. Es gibt verschiedene Tabellen in denen Normal- und Idealgewichte in Proportion zu Alter, Größe ect. aufgelistet werden. Doch die meisten gehen nicht von Gesundheitsstandarts aus und berücksichtigen schon gar nicht die Eigenarten der verschiedenen Körper. Sie stützen sich meist auf Durchschnittswerte, die aufgrund irgendwelcher Rechnungen in Idealmaße Umgerechnet werden. Die im Augenblick gängigste Ma ßeinheit ist der sogenannte Body Mass Index (BMI), der nach der Formel "Gewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern" berechnet wird. Wer in den USA zufolge auf einen Wert von über 27,3 (Frauen) bzw. 27,8 (Männer) kommt, gilt als übergewichtig, wer einen BMI von über 30 hat als fettleibig. Doch auch diese "moderne" und relativ tolerante Definition des Übergewichts basiert auf statistische Festsetzungen, nicht aber auf medizinische Erkenntnisse. Bei der Entwicklung des BMI für eine US-Studie von 1976-1980 beschlossen die Wissenschaftler einfach, die 15% Schwergewichtigsten der Altersgruppe von 20 bis 29 als übergewichtig zu klassifizieren. So kann man auch aus dem BMI nicht ableiten, ob jemand gesund ist.

Helmut Kohl hat übrigens einen BMI von ca. 40. Nach dem BMI wäre er also höchst Fettleibig und somit viel zu dick. Trotzdem scheint er gesund. Trotzdem ist er immer noch politisch aktiv. Der Frage ob Helmut Kohl also zu dick ist sind wir nicht viel näher gekommen. Zu dick muß für uns heißen, so dick, daß die Gesundheit gefährdet ist. Die meisten Untersuchungen über das Verhältnis von Körpergewicht und Gesundheit können zwar statistische, aber keine kausalen Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Erkrankungsrisiko belegen. Schwere Menschen sind zwar häufiger krank als Schlanke, aber dies kommt daher, das Schwere meist nicht so Fit sind wie schlanke. Übergewicht ist ein äußerst schlechter Indikator für Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte. Arteriosklerose hat, sowohl was die Entstehung als auch ihren Verlauf betrifft, keinen Zusammenhang mit Übergewicht. Selbst an Diabetes-Typ II Erkrankte mit Übergewicht können ihren Zustand durch Veränderung der Ernährung und sportliche Betätigung entscheidend verbessern, sogar wenn sie ihr Übergewicht behalten. Auch die Lebenserwartung wird durch Übergewicht nicht herabgesetzt, dafür aber durch starke Gewichtsschwankungen von über 5%, wie sie durch den Jo-Jo-Effekt auftreten. Entscheidender als die Masse an Fett scheint neuen Studien zufolge zu sein, wo am Körper es sitzt. Abdominales Fett (Bauch) kann schädlich sein, subkutales Fett (Hüfte, Oberschenkel) sogar gesundheitsfördernde Effekte haben. Also, wenn Herr Dr. Kohl sich fit hält und etwas gegen sein Bauchfett unternimmt, kann er trotz seines Gewichts ein gesunder Mensch bleiben. Einige Forscher sprechen nun auch vom Sollgewicht des Körpers, daß auch als sog. Wohlfühgewicht bezeichnet wird. Es ist das Gewicht, daß man ein Jahr lang problemlos hält, wenn man sich seinen Bedürfnissen und Hungergefühlen gemäß ernährt und keine Diät macht.

Eines läßt sich unabhängig vom Gewicht sagen. Es ist immer von Vorteil sich mit Bewegung und Sport fit zu halten, anstatt den ganzen Tag im Sessel, im Auto oder im Büro zu sitzen.

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