Eine Auswahl der empfehlenswerten Ernährungsweisen:



1)Energiereduzierte Mischkost
Der Energiegehalt wird deutlich reduziert indem die energiereiche Nahrung gegen energieärmere ausgetauscht wird. Gemüse stellt eine Hauptmahlzeit dar und keine Beikost. Bei der Nahrung ist darauf zu achten, daß sie kohlenhydratreich, proteinreich, aber fettarm ist. Der Alkoholkonsum sollte vermieden werden und körperliche Betätigung nicht fehlen. Man sollte die Fettzufuhr auf ca. 30g pro Tag reduzieren. Früher sprach man häufig von fünf Mahlzeiten, heute propagieren jedoch auch einige Ern ährungswissenschaftler drei Mahlzeiten, wobei nichts zwischendurch gegessen werden darf, um den Prozeß der Fettverbrennung nicht so häufig zu unterbrechen. Jegliche Nahrungsaufnahme führt zu Insulinproduktion , was die Fettverbrennung stoppt.
Bei einer täglichen Aufnahme von ca.1000-1500 kcal wird die Gewichts-reduktion ohne Gesundheitsrisiken von statten gehen.

2) Heilfasten
Das H. war ursprünglich religiös begründet und diente zur "Reinigung von Körper und Seele". Totales Fasten führt zwar zu einer prompten Gewichtsabnahme, birgt jedoch auch gewisse Risiken und kann dauerhafte Eßstörungen (z.B. Magersucht) hervorrufen.
Es sollte daher nur unter stationären Bedingungen und nur bei extremen Fällen von Fettsucht durchgeführt werden.
Problematisch ist die Reduzierung der Körpereiweiße zu Lasten der Muskulatur, sowie die Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Blut, die zu Gichtattacken führen kann. Man sollte daher ca. 3 Liter pro Tag trinken.
Man lernt beim H. ebenfalls nicht sich sinnvoll zu ernähren. Daher sind Langzeiterfolge gering und die Rückfallquote ist hoch.

3)Trennkost
Bei der T. nimmt Nahrungsbestandteile getrennt auf. Man darf somit Proteine und Kohlenhydratate, z.B. Fleisch und Kartoffeln, nicht gemischt zu sich nehmen.
Es lassen sich jedoch keine stichhaltigen Begründungen zur Untermauerung dieser Diät anführen.

4)Gewichtsabnahme mit Hilfe von speziellen Lebensmitteln, industriellen Fertiggerichten und Formuladiäten
Die Ernährung wird hierbei auf energiereduzierte Lebensmittel beschränkt, wie z.B. Diätmargarine, Süßstoff statt gewöhnlichen Zucker, fettreduzierte Wurst und Käse, usw.
Ebenso gibt es Fertiggerichte mit ausgewiesenem Nähr- und Energiegehalt, die es dem Verbraucher ermöglichen die aufgenommene Energiemenge genau zu kontrollieren ohne anhand von Kalorientabellen nachrechnen zu müssen.
Formulardiäten sind pulverisierte, flüssige oder granulierte Nährstoff- Gemische konstanter Zusammensetzung, die mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. Bei Bedarf werden sie mit Wasser zu einem Getränk aufgeschüttelt oder angerührt. Enthält ein solches Erzeugnis die essentiellen Amino- und Fettsäuren, alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementein einer auf den Tagesbedarf optimal abgestimmten Relation und Menge, so spricht man von einer "bilanzierten Diät". Spezielle Formuladiäten werden - meist in Kliniken - bei Nieren- und Lebererkrankungen sowie bei Hypercholesterolanie und Resorptionsstörungen eingesetzt.


5) "Brigitte"-Diät
Diätanweisungen aus dem Frauenmagazin "Brigitte", die als Fortsetzung in der Zeitschrift, aber auch in Buchform erhältlich sind. Die Anweisungen bestehen aus abwechselungsreichen, auf viel Erfahrung basierenden und langjährig bewährten Ernährungsplänen, die in Einklang mit den Empfehlungender Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Die Erfolge sind bei dieser Methode sehr gut und die Gewichtsreduktion dauerhaft, da eine sinnvolle Zusammenstellung der Nahrung erlernt wird.

6) Weight-Watchers-Diät
Die W.-W.-D. ist das Programm einer internationalen Organisation, bei der man Mitglied werden kann. Sie bietet eine vollwertige, abwechselungsreiche Mischkost, ähnlich wie die Brigitte-Diät. Darüber hinaus werden die Mitglieder mit Bewegungsprogrammen unterstützt. In Gruppen organisiert findet gegenseitige Gewichtskontrolle statt, da Abnehmen in der Gruppe leichter ist.
Diese Methode ist empfehlenswert und langfristig durchführbar, jedoch auch teuer.

7)Außenseiterdiäten
Außenseiterdiäten sind Ernährungsweisen mit extremen Nährstoff-relationen. Hierbei werden bestimmte Lebensmittel, bzw. Nähstoffe - meistens die Kohlenhydrate - ganz oder teilweise aus der Nahrung eliminiert. Im Allgemeinen stellen A. eine ungesunde Art der Nährstoff-reduktion dar, weil der Körper zu erheblichen Stoffwechselumsellungen gezwungen wird. Die Ernährung wird hierbei schnell zu einseitig. Man wird allerdings durch jede dieser Methoden abnehmen, da jede Art der einseitigen Ernährung bereits nach kürzester Zeit zu Widerwillen gegen die Nahrung und somit zu Appetitschwund führt, was wiederum die tägliche Nahrungsaufnahme verringert.
Bei längerer Anwendungsdauer sind jedoch Folgeerkrankungen möglich.

Verschiedene Außenseiterdiäten:


Atkius-Diät: höchstens 40g Kohlenhydrate pro Tag, viel Fett und Eiweiß
Hollywood-Kur: ein festes Diätprogramm aus Fleisch , Fisch, Eiern, Tomaten, Orangen und wenig getostetem Brot. Ebenfalls extrem kohlenhydratarm.
Der Energiebedarf des Körpers kann nicht mehr aus dem Glykogenabbau gedeckt werden, sondern muß aus den Abbauprodukten der Fette, den sog. Ketonkörpern gedeckt werden.
Brot-, Kartoffel-, Nudeldiät: kohlenhydratreich und fettarm. Es müssen ca. 2,5kg z.B. Kartoffeln täglich verzehrt werden. Das ist praktisch nicht möglich und somit nimmt man ab. Diese Diätform ist zwar arm an gesundheitlichen Risiken, aber auch sehr eintönig.


8)Fettersatzstoffe
Die Fettersatzstoffe sind noch heftig umstritten, da man ihre Risiken noch nicht ausreichend abschätzen kann. Erst zu Beginn des Jahres 1997 stellte der Waschmittelkonzern Procter&Gamble bei der amerikanischen Lebensmittelbehörde die Zulassung für sein Kunstfett "Olestra". Es ist der Prototyp eine kalorienfreien Fettersatzstoffes. Fettsäuren sind dabei nicht an ein dreiarmiges Glycerinmolekühl gebunden, sondern an ein achtarmiges Rohrzuckermolekühl.

Olestra (7.8 Kb) Fett (7.5 Kb)
Olestra
Fett

Olestra ist so stabil, daß es nicht von den Enzymen unserer Verdauung gespalten werden kann. Es verläßt den Körper unverändert.
Neben der unangenehmen Erscheinung, daß das Fett im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose geht ("anal leakage"), wird von einigen Experten die These vertreten, daß Olestra gesundheitliche Risiken bergen k önne. Das Fett ist neben seiner Funktion als Brennstoff auch als Transportvehikel? für zahlreiche fettlösliche Nähstoffe, wie z.B. Vitamin A, D, E und K , dient. Die Vitamine würden dann mit dem unverdauten Fett ausgeschieden.
Es ist ebenfalls bekannt geworden, das bei einer Mahlzeit aus in Olestra fritierten Kartoffelchipsund frischen Möhren, nur noch die Hälfte des lebenswichtigen Beta-Karotins der Möhren in den Körper gelangt. Über die eventuellen Auswirkungen im Stoffwechsel ist noch überhaupt nichts bekannt. Darüber hinaus hegt man Bedenken bezüglich ökologischer Probleme, da Olestra auch in der Natur nicht abgebaut werden kann und somit eigentlich Sondermüll ist.

9) Leptin: Eine mögliche Lösung des Fettsuchtproblems?
Im Hebst 1997 war es amerikanischen Genforschern gelungen bei dicken, trägen Mäusen eine Gewichtsreduktion von 30% zu erreichen. Man verabreichte den Mäusen zuvor den körpereigenen Botenstoff Leptin (von griech.: leptos = dünn), der im Körper gewissermaßen als Eßbremse wirkt, bei einem teil der Mäuse aufgrund eines Gendefektes jedoch nicht vorhanden war. Aber auch die Tiere, die Leptin selbst herstellen konnten verloren an Gewicht.
Im meschlichen Körper ist ebenfalls Leptin vorhanden. Es wird allerdings bei übergewichtigen Menschen in großen Mengen hergestellt, so das man die Vorgehensweise in irgendeiner Form verändern müßte. Man plant allerdings Versuche, die zu einer Regulation bei übergewichtigen Menschen an einer anderen Stelle führen könnte und hofft diese Störungen durch zusätzliches Lezithin auszugleichen.


Zurück zur Diätetik
Zurück zum Inhalt
Weiter: Diät-Ja oder Nein?